Interview mit Hugo Taipa, Mitbegründer von Step by Step Atlantic
Step by Step Atlantic entstand aus einer Lebenseinstellung.
In Azurara, Vila do Conde, haben Hugo Taipa und seine Frau Joana ein Guesthouse geschaffen, in dem sich das Meer, Surfen, der Portugiesische Küstenweg und Wohlbefinden auf natürliche Weise begegnen. Ein Ort, der für all jene gedacht ist, die mit einem Rucksack auf dem Rücken, einem Surfbrett unter dem Arm oder einfach dem Wunsch ankommen, innezuhalten, durchzuatmen und der Natur näher zu sein.
Hugo surft seit über 30 Jahren und ist seit zwei Jahrzehnten als Trainer tätig. Er nahm etwa zehn Jahre lang an Longboard-Wettbewerben teil, davon sieben Jahre auf der World Tour, vertrat Portugal auf höchstem Niveau und verbrachte einen Großteil seines Lebens in enger Verbindung mit dem Meer – sei es als Athlet, Trainer, Organisator von Meisterschaften, Surf-Trips oder als Surf-Guide auf den Mentawai-Inseln in Indonesien.
Joana, Psychologin, Reiki-Meisterin, Yoga-Praktizierende und Surf-Trainerin, bringt eine ergänzende Dimension in das Projekt ein, die stärker mit der Balance zwischen Körper, Geist, Seele und Natur verbunden ist.
Nun haben sich die beiden nach mehreren Gastgewerbe-Projekten im ganzen Land dazu entschlossen, in Azurara einen Ort zu schaffen, der viele der Dinge vereint, die Teil ihrer eigenen Geschichte sind.
Es gibt eine besondere Beziehung zwischen dem Wandern und dem Meer.
Hugo, noch ein neues Projekt. Diesmal scheint es etwas Anderes zu sein. Wie entstand die Idee zu Step by Step Atlantic und woher stammt der Name?
Die Idee entstand sehr stark aus unserer eigenen Geschichte.
Wir lernten uns bei einem Surf-Trainer-Kurs kennen, zwischen Wellen und einem Lächeln. Jahre später kreuzten sich unsere Wege erneut an einem Strand, und dort, mit dem Meer als Zeugen, begann unsere Liebesgeschichte.
Seitdem haben wir viele Wellen, viele Reisen und den Aufbau einer Familie miteinander geteilt. Auf diesem Weg entstand auch ein Traum: einen Ort zu schaffen, an dem andere Menschen dieselbe Ruhe und Verbindung zur Natur spüren können, die wir stets im Meer gefunden haben.
Und so wurde Step by Step Atlantic geboren.
Der Name spiegelt schlussendlich vieles von dem wider, woran wir glauben. Alles geschieht Schritt für Schritt. Beim Surfen, im Leben, auf einer Reise, bei einer Wanderung. Man muss nicht alles durchgeplant haben oder sofort am Ziel ankommen. Man muss nur anfangen und den Weg genießen.

Es gibt auch eine sehr starke Verbindung zwischen dem Jakobsweg und dem Meer. Kann man Step by Step Atlantic als ein ganzheitlicheres Projekt betrachten?
Zweifellos.
Das Projekt entstand genau aus diesem Zusammentreffen verschiedener Arten des Reisens und der Suche nach einer tieferen Verbindung zu sich selbst.
Wir haben Gäste, die ankommen, weil sie den Portugiesischen Küstenweg gehen, andere, weil sie zum Surfen kommen, wieder andere, weil sie Yoga praktizieren oder einfach ein paar Tage am Meer verbringen möchten.
Obwohl es unterschiedliche Erfahrungen sind, gibt es eine Gemeinsamkeit: die Suche nach einer Auszeit, nach Natur, nach dem Kontakt mit anderen Menschen und oft auch nach einer Art der Neuausrichtung und Rückbesinnung.
Unser Ziel ist es, eine Gemeinschaft von mind-liked peoplegleichgesinnten Menschen, die vielleicht einen Tag, einige Stunden oder mehrere Wochen bei uns bleiben, aber am Ende Spuren hinterlassen und für immer in unserem Herzen bleiben.
Wir möchten, dass diese Atmosphäre authentisch ist und wirklich das widerspiegelt, was wir selbst vermitteln wollen.

Ist diese Verbindung zwischen Körper, Geist und Natur auch in den von Ihnen angebotenen Aktivitäten spürbar?
Ja. Die Surfkurse, das Surftraining und das Surfguiding verfolgen einen Ansatz, der weit über die reine Technik hinausgeht.
Surfen ist ein Sport, bei dem wir die Energie der Natur nutzen, um Spaß zu haben und uns zu verbinden, ohne etwas zu verändern, ohne zu verschmutzen… wir fügen uns einfach in das strömende Wasser ein…
Para além da técnica tentamos que a pessoa se conecte com o mar com o jogo entre técnica e fazer o que o mar\onda pede.
Wir haben Leihbretter – herkömmliche, aber auch welche, die eigens für bestimmte Surfer angefertigt wurden. Zum Beispiel für Surfer, die schon seit vielen Jahren surfen, aber nicht regelmäßig dazu kommen. Es sind einzigartige Bretter mit einem speziellen Zweck, die extrem dabei helfen, Wellen anzupaddeln, sich dann aber so effektiv steuern lassen, dass die meisten es nie für möglich gehalten hätten.

Sprechen wir ein wenig über diesen Bereich des Surf Trainings. Kommt deine Erfahrung als Athlet und Trainer hier besonders zum Tragen?
Ja, hauptsächlich um zu versuchen, Gewohnheiten zu durchbrechen, die zur Stagnation führen – wie die Verwendung ungeeigneter Bretter, das Surfen zur falschen Zeit am falschen Ort oder der Wunsch, fortgeschrittenere Manöver zu machen, ohne die Grundlagen richtig korrigiert zu haben.
Surftraining richtet sich hauptsächlich an Surfer, die schon seit einigen Jahren surfen, aber nicht sehr regelmäßig – etwa Menschen, die nur im Urlaub surfen, die stagniert sind und sich nun weiterentwickeln möchten, oder die selten surfen und, wenn sie es tun, an den besten Spot gehen und diese zusätzliche Unterstützung nutzen möchten.
Du hast von verschiedenen Arten des Reisens gesprochen. Euer Standort scheint perfekt zu dieser Idee zu passen. Warum habt ihr euch für Azurara entschieden?
Wir haben schon an verschiedenen Orten gelebt, von Nord bis Süd im ganzen Land, immer in der Nähe des Meeres. Aber dieser Ort hat uns auf eine ganz besondere Weise berührt.
Hier gibt es eine Balance, die nur schwer zu finden ist. Die Ruhe der Straße, der Strand so nah, die Qualität der Wellen und gleichzeitig die Nähe zu Städten wie Vila do Conde und Porto.
Azurara ermöglicht es uns, nah an einer großen Stadt zu sein, ohne das Gefühl zu verlieren, an einem ruhigen, naturnahen Ort zu sein.
Hier hatten wir das Gefühl, dass wir dieses Projekt ins Leben rufen wollten.
Die Guesthouse liegt direkt am portugiesischen Küstenweg des Jakobswegs in Azurara, Vila do Conde. Wir sind etwa 30 Minuten von Porto, 18 Minuten vom Flughafen Francisco Sá Carneiro und nur wenige Minuten vom Vogelschutzgebiet Mindelo entfernt.
Es ist ein Ort, an dem man den Vormittag mit Spaziergängen verbringen, am Nachmittag ins Meer gehen und den Tag bei einer Yogastunde ausklingen lassen kann.

Und das ist vielleicht eines der interessantesten Merkmale von Step by Step Atlantic: Niemandem aufzuzwingen, sich nur für eine einzige Erfahrung zu entscheiden.
Genau so ist es
Wir wollen nicht, dass es nur eine Art gibt, das Haus zu erleben.
Es gibt Gäste, die den Jakobsweg gehen, solche, die ausschließlich zum Surfen kommen, andere, die SUP machen wollen, Yoga suchen oder einfach ein paar Tage ausspannen möchten.
Und es gibt diejenigen, die alles machen wollen.
Das Wichtigste ist, dass jeder seinen eigenen Rhythmus findet.
Für uns ist das Guesthouse fast so etwas wie ein Treffpunkt zwischen dem Weg und dem Meer. Da kommt jemand mit einem Rucksack an, jemand anderes mit einem Surfbrett und wieder jemand anders, der einfach ein paar Tage lang abschalten möchte.
Nach so vielen Jahren Verbundenheit mit dem Surfen, dem Wettkampf und der Gastfreundschaft: Was bedeutet es für dich, dieses Projekt gemeinsam mit Joana auf die Beine zu stellen?
Es ist eine natürliche Entwicklung unserer Geschichte.
Alles, was wir im Laufe der Jahre getan haben, hat auf die eine oder andere Weise zu diesem Moment beigetragen. Das Surfen, das Reisen, die Wettkämpfe, die Schüler, die Menschen, die wir kennengelernt haben, die verschiedenen Unterkunftsprojekte und vor allem unsere eigene Lebenserfahrung.
Joana bringt eine ganz eigene Vision ein, verbunden mit Psychologie, Yoga, Reiki und Surfen. Ich komme eher von der Seite des Meeres, des Trainings und der Erfahrung im Wasser.
Es sind verschiedene Welten, aber hier ergänzen sie sich sehr gut.
Im Grunde schaffen wir einen Ort, der auch das widerspiegelt, wer wir sind.
Zum Schluss: Welche Botschaft möchtest du all jenen mitgeben, die Step by Step Atlantic gerade erst entdecken?
Alles, was wir tun, tun wir mit Liebe und Authentizität. Mit diesem Projekt möchten wir einen Samen des inneren und äußeren Wohlbefindens säen und wünschen uns, dass jeder, der hier vorbeikommt, ein kleines Stück von sich selbst da lässt.
